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Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser: So liest du die Analyse von Hundefutter richtig (2026)

Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser: So liest du die Analyse von Hundefutter richtig (2026)

Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser: So liest du die Analyse von Hundefutter richtig (2026)

Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser: So liest du die Analyse von Hundefutter richtig (2026)

Die analytischen Bestandteile eines Hundefutters zeigen, wie viel Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser im fertigen Produkt enthalten ist. Die Werte werden üblicherweise in Prozent beziehungsweise Gramm pro 100 Gramm Futter angegeben.

Rohprotein beschreibt den rechnerisch bestimmten Proteingehalt, Rohfett die analysierten Fettbestandteile, Rohasche den überwiegend mineralischen Rückstand einer Laboranalyse und Rohfaser einen bestimmten Teil der schwer verdaulichen pflanzlichen Bestandteile. Keiner dieser Werte kann für sich allein zeigen, ob ein Hundefutter hochwertig, vollständig oder für Deinen Hund geeignet ist.

Für eine sinnvolle Bewertung musst Du die analytischen Bestandteile gemeinsam mit der Zutatenliste, dem Wassergehalt, der Fütterungsmenge, dem Energiegehalt und der Kennzeichnung als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel betrachten.

Bei Hunde- und Katzenfutter gehören Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche zu den zentralen verpflichtenden analytischen Angaben. Die Werte beziehen sich auf das Futter in dem Zustand, in dem es verkauft wird.

Was sind analytische Bestandteile im Hundefutter?

Die analytischen Bestandteile sind durch Laboruntersuchungen oder anerkannte Berechnungsmethoden ermittelte Werte des fertigen Futters.

Auf der Verpackung findest Du beispielsweise:

  • Rohprotein: 58 Prozent

  • Fettgehalt: 17,2 Prozent

  • Rohasche: 4,5 Prozent

  • Rohfaser: 2 Prozent

Diese Angaben beschreiben nicht die Zutatenmenge.

Ein Rohproteingehalt von 58 Prozent bedeutet deshalb nicht:

  • 58 Prozent Fleisch,

  • 58 Prozent Muskelfleisch,

  • 58 Prozent tierische Zutaten,

  • 58 Prozent verwertbares Eiweiß.

Er bedeutet zunächst nur, dass im fertigen Produkt ein rechnerischer Rohproteingehalt von 58 Gramm pro 100 Gramm ermittelt wurde.

Die analytischen Bestandteile müssen daher immer gemeinsam mit der Zusammensetzung gelesen werden.

Die vier wichtigsten Analysewerte im Überblick

Analysewert Was er ungefähr beschreibt Was er nicht zeigt
Rohprotein Rechnerisch bestimmter Proteingehalt Fleischanteil, Proteinqualität oder genaue Verdaulichkeit
Rohfett beziehungsweise Fettgehalt Analysierte Fettbestandteile Genaue Fettsäuren, Fettqualität oder Energiegehalt der Gesamtration
Rohasche Überwiegend mineralischer Rückstand der Analyse Art und Verhältnis einzelner Mineralstoffe
Rohfaser Ein analytisch erfasster Teil schwer verdaulicher Pflanzenbestandteile Gesamter Ballaststoffgehalt

Zusätzlich kann der Feuchtigkeitsgehalt angegeben sein. Bei vielen trockenen Futtermitteln ist diese Angabe rechtlich nicht verpflichtend, solange der Wassergehalt bestimmte Grenzwerte nicht überschreitet. Für gewöhnliche Mischfuttermittel muss Feuchtigkeit angegeben werden, wenn sie über 14 Prozent liegt.

Was bedeutet Rohprotein im Hundefutter?

Rohprotein ist ein standardisierter analytischer Sammelwert für stickstoffhaltige Bestandteile des Futters.

Für die klassische Bestimmung wird zunächst der Stickstoffgehalt analysiert. Dieser wird anschließend mit einem festgelegten Faktor auf den Rohproteingehalt umgerechnet. Die amtliche EU-Methode basiert auf der Stickstoffbestimmung nach Kjeldahl.

Vereinfacht wird häufig gerechnet:

Stickstoff × 6,25 = Rohprotein

Der Rohproteinwert kann unter anderem stammen aus:

  • Muskelfleisch,

  • Herz,

  • Leber und anderen Innereien,

  • Bindegewebe,

  • Fisch,

  • Eiern,

  • pflanzlichen Proteinquellen,

  • weiteren stickstoffhaltigen Bestandteilen.

Die Analyse unterscheidet nicht automatisch zwischen tierischem und pflanzlichem Protein.

Dafür benötigst Du zusätzlich die Zutatenliste.

Ist Rohprotein dasselbe wie Eiweiß?

Im Alltag werden die Begriffe häufig gleichbedeutend verwendet. Analytisch ist Rohprotein jedoch ein berechneter Sammelwert.

Der Wert zeigt nicht direkt:

  • welche Aminosäuren enthalten sind,

  • wie gut das Protein verdaut wird,

  • welcher Anteil tatsächlich aufgenommen wird,

  • wie viel Muskelfleisch enthalten ist,

  • wie biologisch verfügbar das Protein ist.

Zwei Futtermittel können denselben Rohproteingehalt besitzen und trotzdem sehr unterschiedliche Proteinquellen und Aminosäuremuster aufweisen.

Ist ein hoher Rohproteingehalt gut?

Ein hoher Rohproteingehalt ist weder automatisch gut noch automatisch schlecht.

Ein hoher Wert kann entstehen durch:

  • einen hohen Fleischanteil,

  • einen geringen Wassergehalt,

  • magere tierische Zutaten,

  • konzentrierte Proteinquellen,

  • geringe Mengen anderer Hauptbestandteile.

Bei Trockenbarf ist ein hoher Wert häufig zu erwarten, weil den ursprünglich wasserreichen Fleischzutaten während der Trocknung ein großer Teil der Feuchtigkeit entzogen wird.

Dadurch konzentriert sich das Protein pro 100 Gramm fertigem Produkt.

Trotzdem sagt der Rohproteinwert allein nicht aus, ob die gesamte Ration bedarfsgerecht ist. Dafür müssen auch Energie, Fett, Mineralstoffe, Vitamine, essenzielle Fettsäuren und die Fütterungsmenge berücksichtigt werden.

Was bedeutet Rohfett beziehungsweise Fettgehalt?

Der Fettgehalt zeigt, wie viele analytisch erfasste Fettbestandteile im fertigen Futter enthalten sind.

Fette erfüllen für Hunde mehrere wichtige Aufgaben. Sie liefern unter anderem:

  • konzentrierte Energie,

  • essenzielle Fettsäuren,

  • Träger für fettlösliche Vitamine,

  • Geschmack und Aroma,

  • Bestandteile von Zellmembranen.

Fett liefert pro Gramm deutlich mehr Energie als Protein oder verwertbare Kohlenhydrate. Deshalb kann ein Futter mit hohem Fettgehalt sehr energiereich sein, auch wenn sein Rohproteingehalt vergleichsweise niedrig erscheint.

Die aktuelle FEDIAF-Leitlinie berücksichtigt Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Rohfaser und Feuchtigkeit als grundlegende Analysewerte für die rechnerische Einschätzung der Energiedichte eines Futters.

Bedeutet viel Rohfett automatisch minderwertiges Futter?

Nein. Ein hoher Fettwert kann durch natürliche fettreiche Rohstoffe entstehen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • fettreicher Fisch,

  • Entenfleisch,

  • fettere Fleischabschnitte,

  • Haut,

  • tierische Fette,

  • zugesetzte Öle.

Ob ein hoher Fettgehalt sinnvoll ist, hängt vom Hund ab.

Eine energiereiche Sorte kann für sehr aktive Hunde oder Tiere mit einem hohen Energiebedarf interessant sein. Für einen ruhigen, übergewichtigen Hund kann dieselbe Sorte zu energiereich sein.

Die Qualität eines Fettes lässt sich nicht allein am Gesamtwert erkennen. Der Analysewert zeigt nicht, welche Mengen einzelner Fettsäuren enthalten sind oder wie frisch und oxidationsstabil die verwendeten Fette sind.

Was bedeutet Rohasche im Hundefutter?

Rohasche ist keine Zutat, die dem Futter als verbrannte Asche hinzugefügt wird.

Für die Analyse wird eine Futterprobe unter kontrollierten Bedingungen stark erhitzt beziehungsweise verascht. Organische Bestandteile wie Protein, Fett und Kohlenhydrate verbrennen. Übrig bleibt ein überwiegend anorganischer beziehungsweise mineralischer Rückstand.

FEDIAF erklärt ausdrücklich, dass Rohasche nicht als Asche in das Futter gegeben wird. Der Begriff stammt aus der Labormethode und beschreibt hauptsächlich die mineralischen Bestandteile des Produktes. Zulässige alternative Bezeichnungen sind unter anderem „anorganische Stoffe“ oder „Glührückstand“.

Zur Rohasche können unter anderem beitragen:

  • Calcium,

  • Phosphor,

  • Magnesium,

  • Natrium,

  • Kalium,

  • Eisen,

  • Zink,

  • Kupfer,

  • weitere Mineralstoffe und Spurenelemente.

Ist ein hoher Rohaschewert schlecht?

Nicht automatisch.

Ein höherer Rohaschewert kann beispielsweise entstehen durch:

  • mineralstoffreiche tierische Zutaten,

  • Knochenbestandteile,

  • Fisch mit mineralreichen Bestandteilen,

  • einen zugesetzten Mineralmix,

  • bestimmte pflanzliche Rohstoffe,

  • einen insgesamt sehr niedrigen Wassergehalt.

Der Rohaschewert zeigt jedoch nur die Summe der überwiegend anorganischen Rückstände.

Er zeigt nicht:

  • wie viel Calcium enthalten ist,

  • wie viel Phosphor enthalten ist,

  • ob das Calcium-Phosphor-Verhältnis stimmt,

  • wie viel Natrium enthalten ist,

  • welche Spurenelemente vorhanden sind,

  • ob einzelne Mineralstoffe ausreichend oder überdosiert sind.

Ein Futter mit sechs Prozent Rohasche kann eine geeignete Mineralstoffversorgung besitzen. Ein anderes Futter mit demselben Wert kann ein ungünstiges Verhältnis einzelner Mineralstoffe aufweisen.

Deshalb darf Rohasche nicht allein bewertet werden.

Bedeutet Rohasche, dass Knochen im Futter enthalten sind?

Nicht zwingend.

Knochen können den Mineralstoff- und damit den Rohaschegehalt erhöhen. Rohasche kann aber auch aus anderen natürlichen Mineralstoffen oder aus einer zugesetzten Mineralstoffmischung stammen.

Ob Knochen enthalten sind, erkennst Du eher an der Zusammensetzung und an zusätzlichen Herstellerangaben.

Ein Rohaschewert allein beweist weder, dass Knochen enthalten sind, noch wie groß deren Anteil ist.

Was bedeutet Rohfaser?

Rohfaser ist ein durch eine traditionelle chemische Analysemethode bestimmter Anteil schwerer verdaulicher pflanzlicher Bestandteile.

Dazu können Teile gehören von:

  • Cellulose,

  • Hemicellulose,

  • Lignin,

  • pflanzlichen Zellwänden.

Rohfaser ist jedoch nicht dasselbe wie der gesamte Ballaststoffgehalt eines Futters.

Die klassische Rohfaseranalyse erfasst nicht sämtliche löslichen und unlöslichen Ballaststoffe. FEDIAF weist darauf hin, dass der auf dem Etikett angegebene Rohfaserwert den gesamten Ballaststoffgehalt typischerweise unterschätzt.

Ein Futter mit zwei Prozent Rohfaser kann daher insgesamt mehr als zwei Prozent ernährungsphysiologisch relevante Ballaststoffe enthalten.

Ist ein niedriger Rohfaserwert besser?

Nicht grundsätzlich.

Ballaststoffe können abhängig von Art und Menge verschiedene Funktionen erfüllen:

  • Unterstützung der Darmbewegung,

  • Beeinflussung der Kotkonsistenz,

  • Nahrung für bestimmte Darmbakterien,

  • Unterstützung des Sättigungsgefühls,

  • Veränderung der Energiedichte.

Zu wenig, zu viel oder die falsche Ballaststoffart kann bei einzelnen Hunden ungünstig sein.

Ein niedriger Rohfaserwert bedeutet nicht automatisch:

  • bessere Verdaulichkeit,

  • weniger Kot,

  • hochwertigere Zutaten,

  • bessere Verträglichkeit.

Ebenso bedeutet ein höherer Wert nicht automatisch, dass ein Futter mit minderwertigen Füllstoffen gestreckt wurde.

Entscheidend sind die verwendeten Ballaststoffquellen und die gesamte Rezeptur.

Welche Zutaten liefern Rohfaser?

Rohfaser kann unter anderem aus diesen Zutaten stammen:

  • Karotten,

  • Äpfeln,

  • Roter Bete,

  • Kürbis,

  • Zucchini,

  • Getreide,

  • Kartoffeln,

  • Hülsenfrüchten,

  • Rübenschnitzeln,

  • Flohsamenschalen,

  • Cellulose.

Die Zutaten können sehr unterschiedliche Eigenschaften besitzen.

Flohsamenschalen enthalten beispielsweise andere Ballaststoffe als Karotten oder Cellulose. Der einzelne Rohfaserwert kann diese Unterschiede nicht abbilden.

Dafür musst Du erneut die Zusammensetzung lesen.

Was bedeutet Feuchtigkeit in der Analyse?

Die Feuchtigkeitsangabe zeigt, welcher Anteil des fertigen Produktes aus Wasser besteht.

Ein Nassfutter kann beispielsweise ungefähr 70 bis 80 Prozent Feuchtigkeit enthalten. Ein Trockenfutter oder Trockenbarf besitzt erheblich weniger Wasser.

Diese Unterschiede beeinflussen sämtliche Prozentwerte.

Wenn einem Futter Wasser entzogen wird, steigen die prozentualen Anteile von Protein, Fett, Rohasche und Rohfaser, obwohl nicht zwangsläufig zusätzliche Nährstoffe hinzugefügt wurden.

In der EU muss die Feuchtigkeit bei gewöhnlichen Mischfuttermitteln verpflichtend angegeben werden, wenn sie mehr als 14 Prozent beträgt. Bei trockeneren Produkten kann die Angabe deshalb auf der Verpackung fehlen.

Warum ergeben die Analysewerte nicht immer 100 Prozent?

Viele Hundehalter addieren Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser und wundern sich, dass die Summe deutlich unter 100 Prozent liegt.

Das ist normal.

Zu den nicht vollständig aufgeführten Bestandteilen können gehören:

  • Wasser,

  • verwertbare Kohlenhydrate,

  • lösliche Ballaststoffe,

  • organische Säuren,

  • kleinere weitere Bestandteile,

  • Rundungsdifferenzen.

Die vier klassischen Analysewerte bilden deshalb nicht automatisch das gesamte Futter vollständig ab.

Beispiel

Ein Produkt enthält:

  • 40 Prozent Rohprotein,

  • 20 Prozent Rohfett,

  • 6 Prozent Rohasche,

  • 3 Prozent Rohfaser,

  • 8 Prozent Feuchtigkeit.

Die Summe beträgt:

40 + 20 + 6 + 3 + 8 = 77 Prozent

Die verbleibenden 23 Prozent bestehen rechnerisch überwiegend aus nicht separat deklarierten organischen Bestandteilen, zu denen unter anderem verwertbare Kohlenhydrate gehören können.

Diese Differenz ist jedoch nur eine rechnerische Schätzung und keine direkte Kohlenhydratanalyse.

Warum stehen Kohlenhydrate häufig nicht auf der Verpackung?

Verwertbare Kohlenhydrate gehören bei Hunde- und Katzenfutter in der EU nicht zu den verpflichtenden grundlegenden analytischen Angaben.

FEDIAF nennt als verpflichtende Mindestinformationen Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser. Verdauliche Kohlenhydrate werden auf dem Etikett üblicherweise nicht separat angegeben.

Sie können näherungsweise als sogenannte stickstofffreie Extraktstoffe beziehungsweise NFE berechnet werden.

Die vereinfachte Formel lautet:

100 − Feuchtigkeit − Rohprotein − Rohfett − Rohasche − Rohfaser = geschätzte NFE

Das Ergebnis enthält hauptsächlich rechnerisch erfasste Kohlenhydrate, kann aber auch Analyse- und Rundungsdifferenzen einschließen.

Es handelt sich deshalb nicht um eine präzise Messung sämtlicher Kohlenhydratarten.

Beispiel für eine Kohlenhydratberechnung

Ein Hundefutter enthält:

  • 10 Prozent Feuchtigkeit,

  • 30 Prozent Rohprotein,

  • 18 Prozent Rohfett,

  • 7 Prozent Rohasche,

  • 3 Prozent Rohfaser.

Berechnung:

100 − 10 − 30 − 18 − 7 − 3 = 32 Prozent

Der geschätzte NFE-Anteil beträgt in diesem Beispiel 32 Prozent.

Daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, dass exakt 32 Prozent Stärke oder Zucker enthalten sind.

Der errechnete Wert kann verschiedene leicht verfügbare Kohlenhydratbestandteile und rechnerische Differenzen umfassen.

Kann ich die Kohlenhydrate eines Futters berechnen, wenn die Feuchtigkeit fehlt?

Nicht exakt.

Ohne Feuchtigkeitsangabe bleibt unbekannt, wie viel des nicht aufgeschlüsselten Restes Wasser und wie viel davon rechnerisch NFE ist.

Du kannst die Feuchtigkeit nicht einfach mit zehn Prozent annehmen und das Ergebnis anschließend als tatsächlichen Kohlenhydratgehalt veröffentlichen.

Für eine genaue Einschätzung solltest Du den Hersteller nach folgenden Werten fragen:

  • Feuchtigkeit,

  • NFE beziehungsweise berechnete Kohlenhydrate,

  • Energiegehalt,

  • gegebenenfalls gesamte Ballaststoffe.

Gerade bei sehr trockenen oder besonders fettreichen Produkten können kleine Unterschiede in der Feuchtigkeit das Ergebnis spürbar verändern.

Analysewerte am Beispiel von Khouri’s Trockenbarf Rind

Khouri’s Trockenbarf Rind ist aktuell mit folgenden analytischen Bestandteilen deklariert:

Analytischer Bestandteil Wert
Rohprotein 58 %
Fettgehalt 17,2 %
Rohasche 4,5 %
Rohfaser 2 %

Die Werte ergeben gemeinsam:

58 + 17,2 + 4,5 + 2 = 81,7 Prozent

Die verbleibenden 18,3 Prozent dürfen nicht automatisch als Kohlenhydrate bezeichnet werden. Darin befinden sich unter anderem Feuchtigkeit und weitere nicht separat deklarierte Bestandteile. Ohne konkreten Feuchtigkeitswert ist keine exakte NFE-Berechnung möglich.

Die Zusammensetzung muss zusätzlich gelesen werden, um die Herkunft der Nährstoffe zu verstehen.

Was bedeuten die Werte pro 100 Gramm?

Bei Khouri’s Trockenbarf Rind bedeuten die aktuellen Analysewerte vereinfacht:

In 100 Gramm Trockenbarf sind rechnerisch enthalten:

  • 58 Gramm Rohprotein,

  • 17,2 Gramm Fett,

  • 4,5 Gramm Rohasche,

  • 2 Gramm Rohfaser.

Die Werte beschreiben das trockene Produkt vor dem Einweichen.

Wasser, das Du bei der Zubereitung hinzufügst, verändert nicht die absolute Menge dieser Bestandteile.

Was bedeuten die Werte in einer Tagesration?

Ein normalgewichtiger Hund mit 20 Kilogramm erhält nach der aktuellen Khouri’s-Fütterungsempfehlung als Ausgangspunkt ungefähr 120 Gramm Trockenbarf täglich.

Bei Trockenbarf Rind ergeben sich rechnerisch:

Rohprotein

120 g × 0,58 = 69,6 g Rohprotein

Fett

120 g × 0,172 = 20,64 g Fett

Rohasche

120 g × 0,045 = 5,4 g Rohasche

Rohfaser

120 g × 0,02 = 2,4 g Rohfaser

Diese Rechnung zeigt die analytische Menge in der gefütterten Trockenbarf-Portion. Sie zeigt nicht, welcher Anteil tatsächlich verdaut und aufgenommen wird. Die aktuelle Khouri’s-Fütterungsempfehlung nennt etwa 0,6 Prozent des Körpergewichts für einen normalgewichtigen ausgewachsenen Hund.

Warum unterscheiden sich Khouri’s-Sorten so stark?

Unterschiedliche Fleisch- und Fischsorten besitzen unterschiedliche natürliche Anteile an Protein, Fett und Mineralstoffen.

Die aktuellen Analysewerte zeigen dies deutlich:

Sorte Rohprotein Fett Rohasche Rohfaser
Khouri’s Trockenbarf Rind 58 % 17,2 % 4,5 % 2 %
Khouri’s Trockenbarf Huhn 82,6 % 10,8 % 5,1 % 0,5 %
Khouri’s Trockenbarf Lachs 27,8 % 55,9 % 9,2 % über 0,5 %

Die Huhn-Rezeptur besitzt einen sehr hohen Protein- und einen vergleichsweise niedrigeren Fettgehalt. Die Lachs-Rezeptur besitzt dagegen einen außergewöhnlich hohen Fettanteil und deshalb pro 100 Gramm einen deutlich niedrigeren Proteinanteil.

Das Beispiel zeigt:

Ein niedrigerer Rohproteinwert bedeutet nicht automatisch weniger tierische Zutaten. Ein höherer Fettanteil verändert die prozentuale Verteilung sämtlicher Bestandteile.

Warum ist Trockenbarf Lachs so fettreich?

Lachs ist von Natur aus ein fettreicher Fisch. Zusätzlich können sich Rohstoffzusammensetzung und verwendete Fischbestandteile auf den Analysewert auswirken.

Bei Khouri’s Trockenbarf Lachs sind aktuell 55,9 Prozent Fett und 27,8 Prozent Rohprotein deklariert. Die Rezeptur besteht laut Produktseite aus 80 Prozent Lachs sowie 20 Prozent Obst und Gemüse.

Dieser hohe Fettgehalt bedeutet:

  • hohe Energiedichte,

  • kleinere erforderliche Futtermenge kann möglich sein,

  • genaue Portionskontrolle ist besonders wichtig,

  • zusätzliches Öl muss in der Gesamtration berücksichtigt werden.

Er bedeutet nicht automatisch, dass diese Sorte für jeden Hund besser oder schlechter ist.

Warum hat Trockenbarf Huhn so viel Rohprotein?

Khouri’s Trockenbarf Huhn ist aktuell mit 82,6 Prozent Rohprotein und 10,8 Prozent Fett deklariert.

Der hohe Rohproteinwert kann durch mehrere Faktoren erklärt werden:

  • hoher Anteil magerer tierischer Bestandteile,

  • niedriger Wassergehalt,

  • vergleichsweise niedriger Fettanteil,

  • Konzentration der Nährstoffe durch Trocknung.

Der Wert bedeutet nicht, dass 82,6 Prozent der Rezeptur aus reinem Muskelfleisch bestehen. Dafür muss die Zusammensetzung zusätzlich gelesen werden.

Ist ein Futter mit mehr Rohprotein automatisch hochwertiger?

Nein.

Ein höherer Rohproteinwert kann entstehen durch hochwertige Fleischbestandteile. Er kann aber auch durch konzentrierte pflanzliche Proteine oder stärker bindegewebshaltige tierische Bestandteile beeinflusst werden.

Für die Qualitätsbewertung solltest Du prüfen:

  1. Welche Zutaten werden verwendet?

  2. Werden die Tierarten konkret genannt?

  3. Sind Muskelfleisch und Innereien offen deklariert?

  4. Ist das Produkt ein Allein- oder Ergänzungsfuttermittel?

  5. Wie hoch sind Fett- und Energiegehalt?

  6. Wie wird die Mineralstoffversorgung sichergestellt?

  7. Passt die Rezeptur zum Hund?

Der Rohproteinwert ist lediglich ein Teil des Gesamtbildes.

Ist ein Futter mit wenig Rohasche automatisch besser?

Nein.

Ein niedriger Rohaschewert kann auf einen geringeren Gesamtanteil mineralischer Bestandteile hinweisen. Er beweist jedoch nicht, dass die Mineralstoffversorgung optimal ist.

Ein vollständiges Hundefutter benötigt unter anderem:

  • Calcium,

  • Phosphor,

  • Natrium,

  • Kalium,

  • Magnesium,

  • Zink,

  • Kupfer,

  • Jod,

  • Selen.

Wäre der Mineralstoffgehalt insgesamt zu niedrig, könnte ein besonders niedriger Rohaschewert sogar mit einer unzureichenden Versorgung verbunden sein.

Entscheidend sind die einzelnen Mineralstoffwerte und deren Verhältnis, nicht allein die Gesamtsumme.

Ist ein Futter mit wenig Rohfaser leichter verdaulich?

Nicht zwingend.

Die Verdaulichkeit hängt von vielen Faktoren ab:

  • Proteinquelle,

  • Fettgehalt,

  • Verarbeitung,

  • Partikelgröße,

  • verwendete Ballaststoffe,

  • individuelle Darmgesundheit,

  • Futtermenge.

Ein niedriger Rohfaserwert kann bei einer fleischreichen Rezeptur erwartbar sein. Er bedeutet aber nicht automatisch, dass jeder Hund dieses Futter besser verträgt.

Bestimmte Ballaststoffe können die Kotkonsistenz oder die Darmflora unterstützen, obwohl sie den Rohfaserwert erhöhen.

Warum ist der Fettgehalt für die Kalorien besonders wichtig?

Fett besitzt eine deutlich höhere Energiedichte als Protein und Kohlenhydrate.

FEDIAF verwendet für die rechnerische Schätzung der Energie eines Futters Analysewerte wie Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeit. Die genaue Berechnung der metabolisierbaren Energie ist komplexer als die einfache Multiplikation einzelner Werte und kann durch Verdaulichkeit und Fasergehalt beeinflusst werden.

Für den Alltag bedeutet das:

Ein Futter mit 55 Prozent Fett kann erheblich energiereicher sein als eines mit 17 Prozent Fett.

Deshalb darf die Portionsgröße einer mageren Sorte nicht ungeprüft auf eine sehr fettreiche Sorte übertragen werden.

Kann man aus den Analysewerten die Kalorien berechnen?

Die Energiedichte kann näherungsweise aus den analytischen Bestandteilen berechnet werden. Eine präzise Einschätzung ist jedoch aufwendiger, weil unter anderem Verdaulichkeit und Fasergehalt berücksichtigt werden müssen.

FEDIAF beschreibt dafür mehrstufige Berechnungsverfahren. Fütterungsversuche gelten weiterhin als besonders genaue Möglichkeit, die tatsächlich metabolisierbare Energie eines Futters zu ermitteln.

Für Hundehalter ist es daher sinnvoller, den Hersteller nach dem Wert in:

Kilokalorien pro 100 Gramm

zu fragen, anstatt aus wenigen Verpackungsangaben selbst eine vermeintlich exakte Energiedichte zu berechnen.

Wie vergleiche ich Trockenbarf und Nassfutter?

Trockenbarf und Nassfutter können wegen ihres sehr unterschiedlichen Wassergehalts nicht direkt anhand der aufgedruckten Prozentwerte verglichen werden.

Ein Nassfutter mit zehn Prozent Rohprotein kann auf Trockensubstanzbasis mehr Protein enthalten als ein trockenes Futter mit 30 Prozent.

Für einen fairen Vergleich wird die Feuchtigkeit rechnerisch abgezogen.

Formel für die Trockensubstanz

100 − Feuchtigkeit = Trockensubstanz

Formel für einen Nährstoff auf Trockensubstanzbasis

Analysewert ÷ Trockensubstanz × 100

Beispiel: Nassfutter und trockenes Futter vergleichen

Nassfutter

  • Rohprotein: 10 Prozent

  • Feuchtigkeit: 80 Prozent

Trockensubstanz:

100 − 80 = 20 Prozent

Protein auf Trockensubstanzbasis:

10 ÷ 20 × 100 = 50 Prozent

Trockenes Futter

  • Rohprotein: 30 Prozent

  • Feuchtigkeit: 10 Prozent

Trockensubstanz:

100 − 10 = 90 Prozent

Protein auf Trockensubstanzbasis:

30 ÷ 90 × 100 = 33,3 Prozent

Obwohl das Nassfutter auf der Verpackung nur zehn Prozent Rohprotein ausweist, besitzt es in diesem Beispiel auf Trockensubstanzbasis den höheren Proteingehalt.

Verändert das Einweichen die Analysewerte?

Das Einweichen verändert nicht die absolute Menge der Nährstoffe in der ursprünglich abgewogenen Portion.

Beispiel

Du verwendest:

  • 100 Gramm Trockenbarf Rind,

  • 200 Gramm Wasser.

Vor dem Einweichen enthält die Portion rechnerisch:

  • 58 Gramm Rohprotein,

  • 17,2 Gramm Fett,

  • 4,5 Gramm Rohasche,

  • 2 Gramm Rohfaser.

Nach dem Einweichen wiegt die Mahlzeit ungefähr 300 Gramm.

Die absoluten Mengen bleiben gleich. Lediglich ihr prozentualer Anteil am neuen Gesamtgewicht sinkt.

Der Rohproteinanteil der eingeweichten Gesamtmasse beträgt dann rechnerisch:

58 ÷ 300 × 100 = etwa 19,3 Prozent

Das Protein ist nicht verschwunden. Es wurde lediglich durch Wasser auf eine größere Gesamtmasse verteilt.

Was ist der Unterschied zwischen Zusammensetzung und analytischen Bestandteilen?

Zusammensetzung

Die Zusammensetzung zeigt, aus welchen Zutaten das Futter hergestellt wurde.

Beispielsweise:

  • Rindermuskelfleisch,

  • Herz,

  • Leber,

  • Apfel,

  • Karotte,

  • Kürbis.

Analytische Bestandteile

Die analytischen Bestandteile zeigen bestimmte gemessene beziehungsweise berechnete Stoffgruppen des fertigen Futters.

Beispielsweise:

  • 58 Prozent Rohprotein,

  • 17,2 Prozent Fett,

  • 4,5 Prozent Rohasche,

  • 2 Prozent Rohfaser.

Zusatzstoffe

Unter Zusatzstoffen werden gezielt zugesetzte Stoffe aufgeführt, beispielsweise bestimmte:

  • Vitamine,

  • Spurenelemente,

  • technologische Zusatzstoffe,

  • sensorische Zusatzstoffe.

Die Menge eines unter den Zusatzstoffen genannten Nährstoffs kann sich von einem analytischen Gesamtwert unterscheiden. Die Zusatzstoffangabe beschreibt die zugesetzte Menge, während ein analytischer Wert die gesamte im fertigen Produkt vorhandene Menge umfassen kann.

Können Analysewerte zwischen Chargen schwanken?

Ja. Natürliche Rohstoffe sind nicht bei jeder Lieferung vollständig identisch.

Schwankungen können entstehen durch:

  • natürlichen Fettgehalt des Fleisches,

  • Alter und Körperzusammensetzung der Tiere,

  • verwendete Fleischabschnitte,

  • Saison,

  • Restfeuchtigkeit,

  • Herstellung,

  • analytische Messungenauigkeit.

Die EU-Vorschriften und der FEDIAF-Kennzeichnungskodex berücksichtigen deshalb bestimmte Toleranzen zwischen deklarierten und amtlich analysierten Werten. Diese Toleranzen sollen natürliche Rohstoff-, Produktions- und Analyseschwankungen berücksichtigen, dürfen aber nicht als bewusste Erlaubnis für eine mangelhafte Zusammensetzung verwendet werden.

Eine geringfügige Abweichung bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Deklaration falsch ist.

Welche Analysewerte sind bei Übergewicht besonders wichtig?

Bei einem übergewichtigen Hund sollte nicht ausschließlich auf Rohprotein geschaut werden.

Besonders relevant sind:

  • Kalorien pro 100 Gramm,

  • Fettgehalt,

  • tatsächliche Tagesmenge,

  • zusätzliches Futteröl,

  • Leckerlis und Kauartikel,

  • Aktivität,

  • Körperzustand.

Ein sehr fettreiches Futter kann auch bei einer kleinen optischen Portion viele Kalorien liefern.

Die Futtermenge sollte deshalb nach Energiegehalt und Gewichtsentwicklung angepasst werden.

Welche Werte sind bei empfindlicher Verdauung wichtig?

Bei einem empfindlichen Hund sind die analytischen Bestandteile allein meist nicht ausreichend.

Zusätzlich relevant sind:

  • konkrete Proteinquelle,

  • Fettgehalt,

  • verwendete Innereien,

  • Art und Menge der Ballaststoffe,

  • Futtermenge,

  • Umstellungsgeschwindigkeit,

  • individuelle Unverträglichkeiten.

Zwei Futtersorten mit identischen Rohprotein- und Fettwerten können aufgrund ihrer unterschiedlichen Zutaten sehr verschieden vertragen werden.

Welche Werte sind bei einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung wichtig?

Bei bestimmten Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse kann der Fettgehalt der Ration besonders relevant sein.

Das bedeutet nicht, dass jeder Hund mit Verdauungsbeschwerden automatisch ein fettarmes Futter benötigt.

Bei einer diagnostizierten Erkrankung sollte die passende Fettmenge gemeinsam mit der Tierarztpraxis festgelegt werden. Sehr fettreiche Trockenbarf-Sorten dürfen in solchen Fällen nicht allein aufgrund ihrer hochwertigen Zutaten ausgewählt werden.

Welche Werte sind bei einer Nierenerkrankung wichtig?

Bei einer chronischen Nierenerkrankung reicht der Blick auf Rohprotein und Rohasche nicht aus.

Zusätzlich können relevant sein:

  • Phosphorgehalt,

  • Proteinqualität,

  • tatsächliche Proteinaufnahme,

  • Energiedichte,

  • Natrium,

  • Kalium,

  • Flüssigkeitsaufnahme,

  • Stadium der Erkrankung.

Ein normaler Rohaschewert zeigt nicht, wie viel Phosphor enthalten ist.

Ein gewöhnliches Trockenbarf ist deshalb nicht automatisch für einen nierenkranken Hund geeignet. Die Ration sollte anhand der Diagnose und aktueller Laborwerte ausgewählt werden.

Welche Werte sind für Welpen wichtig?

Für Welpen sind die vier klassischen analytischen Werte ebenfalls nicht ausreichend.

Besonders wichtig sind:

  • Energiegehalt,

  • Calcium,

  • Phosphor,

  • Calcium-Phosphor-Verhältnis,

  • Vitamin D,

  • Spurenelemente,

  • Protein- und Aminosäurenversorgung,

  • erwartetes Endgewicht,

  • kontrollierte Wachstumsgeschwindigkeit.

Ein Futter mit viel Protein und Fett ist nicht automatisch ein vollständig geeignetes Welpenfutter.

Die aktuelle FEDIAF-Leitlinie enthält deshalb gesonderte Nährstoffempfehlungen für Wachstum und Fortpflanzung.

So liest Du die Analyse eines Hundefutters in fünf Schritten

Schritt 1: Prüfe die Futterart

Steht auf dem Produkt:

  • Alleinfuttermittel,

  • Ergänzungsfuttermittel,

  • Einzelfuttermittel?

Ein hoher Proteinwert macht ein Ergänzungsfuttermittel nicht automatisch vollständig.

Schritt 2: Lies die Zusammensetzung

Prüfe:

  • Welche Tierarten sind enthalten?

  • Werden Muskelfleisch und Innereien benannt?

  • Welche pflanzlichen Zutaten werden verwendet?

  • Gibt es unklare Sammelbegriffe?

Schritt 3: Betrachte Protein und Fett gemeinsam

Ein hoher Proteinwert kann mit wenig oder viel Fett kombiniert sein.

Gerade der Fettgehalt beeinflusst die Energiedichte erheblich.

Schritt 4: Ordne Rohasche und Rohfaser richtig ein

Rohasche ist kein zugesetzter Schmutz und Rohfaser nicht der vollständige Ballaststoffgehalt.

Beide Werte müssen im Zusammenhang mit Zutaten und Einsatzzweck betrachtet werden.

Schritt 5: Vergleiche die tatsächliche Tagesration

Berechne nicht nur die Werte pro 100 Gramm, sondern auch:

  • wie viel der Hund täglich frisst,

  • wie viele Kalorien er erhält,

  • wie viel Öl ergänzt wird,

  • welche Snacks hinzukommen.

Die kleine Trockenbarf-Portion und eine große Nassfutterportion können trotz unterschiedlicher Prozentwerte ähnliche absolute Nährstoffmengen liefern.

Die häufigsten Fehler beim Lesen analytischer Bestandteile

Rohprotein mit Fleischanteil gleichsetzen

Rohprotein ist ein Analysewert und keine Zutatenangabe.

Einen hohen Fettwert ignorieren

Fett beeinflusst die Energiedichte deutlich und kann für die Gewichtsentwicklung wichtiger sein als der Proteinwert allein.

Rohasche für zugesetzte Asche halten

Rohasche ist der überwiegend mineralische Rückstand einer Laboranalyse.

Rohfaser mit allen Ballaststoffen gleichsetzen

Die klassische Rohfaseranalyse erfasst nicht den vollständigen Ballaststoffgehalt.

Die fehlende Summe als Kohlenhydrate bezeichnen

Ohne Feuchtigkeitswert kann der Rest nicht zuverlässig als Kohlenhydratgehalt berechnet werden.

Nassfutter und Trockenbarf direkt vergleichen

Der stark unterschiedliche Wassergehalt macht einen direkten Vergleich der Verpackungswerte irreführend.

Nur die Sorte mit dem höchsten Proteinwert auswählen

Proteinquelle, Fettgehalt, Mineralstoffversorgung und Bedarf des Hundes sind ebenso wichtig.

Alleinfutter und Ergänzungsfutter verwechseln

Auch hervorragende Analysewerte machen ein Ergänzungsfuttermittel nicht automatisch zu einer vollständigen Tagesration.

Analysewerte ohne Tagesmenge bewerten

Entscheidend ist, wie viele Gramm des jeweiligen Nährstoffs der Hund tatsächlich aufnimmt.

Krankheitsspezifische Diäten anhand eines einzelnen Wertes auswählen

Nieren-, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen erfordern eine umfassendere Beurteilung.

Häufige Fragen zu Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser

Was sind analytische Bestandteile im Hundefutter?

Analytische Bestandteile sind standardisiert bestimmte Nährstoffgruppen des fertigen Futters. Dazu gehören bei Hunde- und Katzenfutter vor allem Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser.

Was bedeutet Rohprotein von 58 Prozent?

Das bedeutet, dass in 100 Gramm des fertigen Futters rechnerisch 58 Gramm Rohprotein enthalten sind. Der Wert ist nicht mit dem Fleischanteil gleichzusetzen.

Was ist ein guter Rohproteinwert?

Es gibt keinen einzelnen idealen Wert für jedes Hundefutter. Der passende Proteingehalt hängt von Energiegehalt, Tagesmenge, Proteinqualität, Alter und Gesundheitszustand des Hundes ab.

Ist viel Rohprotein schlecht für Hunde?

Nicht grundsätzlich. Ein hoher Wert kann bei fleischreichem und stark getrocknetem Futter normal sein. Bei bestimmten Erkrankungen muss die Proteinversorgung jedoch individuell beurteilt werden.

Was bedeutet Rohfett?

Rohfett beschreibt den analytisch erfassten Fettanteil des Futters. Fett liefert viel Energie und essenzielle Fettsäuren, weshalb der Wert für die Portionsgröße und Gewichtsentwicklung wichtig ist.

Ist ein hoher Fettgehalt schlecht?

Nicht automatisch. Aktive Hunde können eine energiereiche Ration benötigen. Für übergewichtige oder bestimmte erkrankte Hunde kann ein sehr hoher Fettgehalt ungeeignet sein.

Was ist Rohasche?

Rohasche ist der überwiegend mineralische Rückstand, der nach dem Verbrennen einer Futterprobe im Labor übrig bleibt. Dem Futter wird nicht einfach gewöhnliche Asche zugesetzt.

Wie hoch darf Rohasche sein?

Es gibt keinen einzelnen idealen Wert für jedes Futter. Entscheidend sind die verwendeten Zutaten, die einzelnen Mineralstoffgehalte und die Kennzeichnung als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel.

Bedeutet viel Rohasche, dass viele Knochen enthalten sind?

Nicht zwingend. Knochen können den Wert erhöhen, aber auch andere mineralstoffreiche Zutaten und Mineralmischungen tragen zur Rohasche bei.

Was bedeutet Rohfaser?

Rohfaser ist ein analytisch erfasster Teil schwer verdaulicher pflanzlicher Bestandteile. Der tatsächliche Gesamtballaststoffgehalt kann höher sein.

Ist wenig Rohfaser besser?

Nicht generell. Art und Menge der Ballaststoffe müssen zum Hund und zum Einsatzzweck des Futters passen.

Warum stehen Kohlenhydrate nicht auf dem Hundefutter?

Verwertbare Kohlenhydrate gehören in der EU nicht zu den verpflichtenden grundlegenden analytischen Angaben für Hunde- und Katzenfutter. Sie können nur näherungsweise aus der Differenz berechnet werden.

Wie berechne ich Kohlenhydrate im Hundefutter?

Die vereinfachte Formel lautet:

100 − Feuchtigkeit − Rohprotein − Rohfett − Rohasche − Rohfaser

Das Ergebnis ist ein geschätzter NFE-Wert und keine direkte Kohlenhydratanalyse.

Warum ergeben die Analysewerte keine 100 Prozent?

Weil zusätzlich Wasser, verwertbare Kohlenhydrate, lösliche Ballaststoffe und weitere Bestandteile enthalten sein können. Auch Rundungen spielen eine Rolle.

Muss die Feuchtigkeit auf der Verpackung stehen?

Bei gewöhnlichen Mischfuttermitteln muss die Feuchtigkeit grundsätzlich angegeben werden, wenn sie über 14 Prozent liegt. Bei trockeneren Futtern kann die Angabe fehlen.

Wie vergleiche ich Nassfutter und Trockenbarf?

Rechne die Analysewerte auf Trockensubstanzbasis um oder vergleiche die tatsächlich gefütterten Nährstoffmengen und Kalorien pro Tag.

Verändert Wasser beim Einweichen den Proteinwert?

Die absolute Proteinmenge bleibt gleich. Durch das zusätzliche Wasser sinkt lediglich der prozentuale Anteil bezogen auf das neue Gesamtgewicht der Mahlzeit.

Welche Analysewerte hat Khouri’s Trockenbarf Rind?

Aktuell sind 58 Prozent Rohprotein, 17,2 Prozent Fett, 4,5 Prozent Rohasche und 2 Prozent Rohfaser deklariert.

Welche Analysewerte hat Khouri’s Trockenbarf Huhn?

Aktuell sind 82,6 Prozent Rohprotein, 10,8 Prozent Fett, 5,1 Prozent Rohasche und 0,5 Prozent Rohfaser angegeben.

Welche Analysewerte hat Khouri’s Trockenbarf Lachs?

Aktuell sind 27,8 Prozent Rohprotein, 55,9 Prozent Fett, 9,2 Prozent Rohasche und mehr als 0,5 Prozent Rohfaser angegeben.

Fazit: Wie liest man die Analyse von Hundefutter richtig?

Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser liefern wichtige Informationen über die Zusammensetzung eines Hundefutters. Keiner dieser Werte reicht jedoch allein aus, um die Qualität oder Eignung des Produktes zu beurteilen.

Die wichtigsten Bedeutungen sind:

  • Rohprotein: rechnerisch bestimmter Proteingehalt

  • Rohfett: analysierter Fettanteil und wichtiger Hinweis auf die Energiedichte

  • Rohasche: überwiegend mineralischer Rückstand der Laboranalyse

  • Rohfaser: ein Teil der schwer verdaulichen Pflanzenbestandteile

  • Feuchtigkeit: Wasseranteil des Produktes

Für eine vollständige Bewertung solltest Du zusätzlich prüfen:

  • Zutatenliste,

  • konkrete Fleischquellen,

  • Energiegehalt,

  • tägliche Futtermenge,

  • Allein- oder Ergänzungsfuttermittel,

  • notwendige Mineralstoff- und Ölzugaben,

  • Alter, Aktivität und Gesundheitszustand Deines Hundes.

Bei Khouri’s unterscheiden sich die analytischen Bestandteile je nach Fleisch- beziehungsweise Fischsorte deutlich. Trockenbarf Huhn ist besonders proteinreich und vergleichsweise mager, während Trockenbarf Lachs einen sehr hohen natürlichen Fettanteil besitzt. Trockenbarf Rind liegt zwischen diesen beiden Zusammensetzungen.

Die wichtigste Regel lautet:

Lies niemals nur einen einzelnen Prozentwert. Zutaten, Wassergehalt, Energie, Tagesmenge und vollständige Nährstoffversorgung gehören immer zusammen.

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