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Warum hat Trockenbarf so viel Protein? Rohprotein richtig verstehen (2026)

Warum hat Trockenbarf so viel Protein? Rohprotein richtig verstehen (2026)

Warum hat Trockenbarf so viel Protein? Rohprotein richtig verstehen (2026)

Warum hat Trockenbarf so viel Protein? Rohprotein richtig verstehen (2026)

Trockenbarf besitzt häufig einen hohen Rohproteingehalt, weil es überwiegend aus Fleisch und Innereien besteht und diesen Zutaten während der Trocknung ein großer Teil des Wassers entzogen wird. Dadurch konzentrieren sich die verbleibenden Nährstoffe pro 100 Gramm fertigem Futter.

Ein Rohproteingehalt von beispielsweise 58 Prozent bedeutet, dass in 100 Gramm des analysierten Produktes rechnerisch 58 Gramm Rohprotein enthalten sind. Er bedeutet jedoch nicht automatisch, dass dem Futter künstlich Protein zugesetzt wurde oder dass 58 Prozent Rohprotein für jeden Hund zu viel sind.

Beim Vergleich verschiedener Hundefutter müssen Wassergehalt, tägliche Futtermenge, Energiegehalt, Proteinquelle, Verdaulichkeit und Gesundheitszustand des Hundes berücksichtigt werden. Nassfutter mit nur zehn Prozent Rohprotein kann auf die Trockensubstanz gerechnet proteinreicher sein als ein Trockenfutter mit 25 Prozent Rohprotein.

Khouri’s Trockenbarf Rind enthält laut aktueller Deklaration 58 Prozent Rohprotein, Trockenbarf Wild 56 Prozent und Trockenbarf Rind PUR 61,2 Prozent. Die Werte unterscheiden sich je nach Fleischsorte und Rezeptur deutlich.

Warum ist der Proteinwert bei Trockenbarf so hoch?

Frisches Fleisch besteht nicht nur aus Protein und Fett, sondern zu einem großen Teil aus Wasser.

Während der Herstellung von Trockenbarf wird ein erheblicher Teil dieser natürlichen Feuchtigkeit entfernt. Das Wasser verschwindet, während Protein, Fett, Mineralstoffe und andere feste Bestandteile im Produkt verbleiben.

Dadurch steigt ihr prozentualer Anteil im fertigen Trockenbarf.

Ein vereinfachtes Beispiel:

Eine frische Fleischmischung wiegt vor der Trocknung 350 Gramm. Nach dem Entzug eines großen Teils des Wassers bleiben 100 Gramm Trockenbarf übrig.

Die enthaltenen Proteine wurden dadurch nicht automatisch neu erzeugt. Sie verteilen sich lediglich auf ein deutlich geringeres Gesamtgewicht.

Deshalb ist ein hoher Rohproteinwert bei getrocknetem, fleischreichem Futter grundsätzlich erwartbar.

Was bedeutet Rohprotein genau?

Rohprotein ist ein analytisch bestimmter Wert auf der Verpackung von Futtermitteln.

Bei der amtlichen Referenzmethode wird zunächst der Stickstoffgehalt des Futters bestimmt. Dieser wird anschließend mit einem festgelegten Faktor auf einen rechnerischen Rohproteingehalt umgerechnet. Die europäische Referenzmethode verwendet dafür die Stickstoffbestimmung nach Kjeldahl.

Vereinfacht lautet die Berechnung:

Stickstoffgehalt × 6,25 = Rohprotein

Der Wert heißt „Rohprotein“, weil er nicht jede einzelne Proteinart und Aminosäure separat misst. Er ist ein standardisierter analytischer Sammelwert.

Zum Rohprotein können grundsätzlich stickstoffhaltige Bestandteile beitragen, darunter:

  • Muskelfleisch,

  • Herz und andere Innereien,

  • Bindegewebe,

  • tierische Proteine,

  • pflanzliche Proteine,

  • kleinere Mengen anderer stickstoffhaltiger Verbindungen.

Der Rohproteinwert zeigt deshalb, wie viel stickstoffhaltige Proteinmasse rechnerisch vorhanden ist. Er zeigt nicht automatisch, aus welcher Zutat das Protein stammt oder wie gut der Hund jede einzelne Aminosäure verwerten kann.

Ist Rohprotein dasselbe wie Fleischanteil?

Nein. Rohproteingehalt und Fleischanteil sind zwei unterschiedliche Angaben.

Der Fleischanteil beschreibt, wie viel einer Rezeptur aus bestimmten tierischen Zutaten besteht. Der Rohproteingehalt ist dagegen ein Laborwert des fertigen Produktes.

Ein Futter mit 80 Prozent Fleisch besitzt deshalb nicht automatisch exakt 80 Prozent Rohprotein. Fleisch enthält neben Protein auch:

  • Wasser,

  • Fett,

  • Mineralstoffe,

  • Bindegewebe,

  • weitere natürliche Bestandteile.

Umgekehrt kann auch ein Futter mit einem niedrigeren Fleischanteil einen relativ hohen Rohproteinwert besitzen, wenn beispielsweise konzentrierte tierische oder pflanzliche Proteinquellen eingesetzt werden.

Für eine sinnvolle Bewertung solltest Du deshalb immer beides prüfen:

  1. Welche Zutaten und Proteinquellen werden verwendet?

  2. Wie hoch ist der analysierte Rohproteingehalt?

Ein hoher Rohproteinwert ersetzt keine transparente Zutatenliste.

Warum unterscheiden sich die Proteinwerte verschiedener Trockenbarf-Sorten?

Nicht jede Fleischsorte und nicht jeder verwendete Teil eines Tieres besitzt dieselbe Zusammensetzung.

Der Rohproteingehalt wird unter anderem beeinflusst durch:

  • verwendete Tierart,

  • Anteil von Muskelfleisch,

  • Art und Menge der Innereien,

  • Fettgehalt der Rohware,

  • Anteil von Obst und Gemüse,

  • enthaltene Knochen- oder Mineralbestandteile,

  • Trocknungsgrad,

  • natürliche Schwankungen der Rohstoffe.

Eine sehr fettreiche Rezeptur kann pro 100 Gramm weniger Rohprotein enthalten, weil Fett einen größeren Anteil des Gesamtgewichtes einnimmt.

Das lässt sich an den aktuellen Khouri’s-Werten erkennen:

Khouri’s-Sorte Deklariertes Rohprotein
Trockenbarf Huhn 82,6 %
Trockenbarf Rind PUR 61,2 %
Trockenbarf Rind 58 %
Trockenbarf Ente PUR 56,1 %
Trockenbarf Wild 56 %
Trockenbarf Welpen 47,2 %
Trockenbarf Lachs 27,8 %

Die Tabelle zeigt, dass die Bezeichnung „Trockenbarf“ allein keinen bestimmten Proteinwert vorgibt. Beim fettreichen Trockenbarf Lachs liegt der deklarierte Fettgehalt beispielsweise bei 55,9 Prozent, während der Rohproteingehalt 27,8 Prozent beträgt. Beim Trockenbarf Huhn ist das Verhältnis mit 82,6 Prozent Rohprotein und 10,8 Prozent Fett deutlich anders.

Ein niedrigerer Proteinwert bedeutet daher nicht automatisch weniger Fleisch oder eine schlechtere Rezeptur. Er kann durch einen höheren natürlichen Fettanteil entstehen.

Warum darf man Nassfutter und Trockenbarf nicht direkt vergleichen?

Die analytischen Bestandteile auf einer Verpackung werden normalerweise für das Produkt in seinem verkauften Zustand angegeben.

Dieser Wert wird auch als „as fed“ beziehungsweise bezogen auf die Originalsubstanz bezeichnet.

Ein Nassfutter kann beispielsweise enthalten:

  • 10 Prozent Rohprotein,

  • 78 Prozent Feuchtigkeit.

Ein Trockenbarf kann enthalten:

  • 58 Prozent Rohprotein,

  • deutlich weniger Feuchtigkeit.

Ein direkter Vergleich von 10 und 58 Prozent wäre irreführend, weil ein großer Teil des Nassfutters lediglich Wasser ist.

Für einen fairen Vergleich muss der Wasseranteil rechnerisch entfernt werden. Das nennt man einen Vergleich auf Trockensubstanzbasis.

Was ist die Trockensubstanz?

Die Trockensubstanz ist der Teil des Futters, der nach rechnerischem Abzug des Wassers übrig bleibt.

Die Formel lautet:

100 − Feuchtigkeit in Prozent = Trockensubstanz in Prozent

Enthält ein Futter 80 Prozent Wasser, bleiben:

100 − 80 = 20 Prozent Trockensubstanz

Diese 20 Prozent enthalten das gesamte Protein, Fett, die Mineralstoffe, Ballaststoffe und Kohlenhydrate des Futters.

Erst auf dieser gemeinsamen Grundlage lassen sich Nassfutter, Trockenfutter und Trockenbarf sinnvoller miteinander vergleichen.

Wie rechne ich Rohprotein auf die Trockensubstanz um?

Die Formel lautet:

Rohprotein laut Verpackung ÷ Trockensubstanz × 100

Beispiel mit Nassfutter

Ein Nassfutter enthält:

  • 10 Prozent Rohprotein,

  • 80 Prozent Feuchtigkeit.

Trockensubstanz:

100 − 80 = 20 Prozent

Protein auf Trockensubstanzbasis:

10 ÷ 20 × 100 = 50 Prozent

Das Nassfutter enthält damit auf die Trockensubstanz gerechnet 50 Prozent Rohprotein.

Beispiel mit einem trockenen Futter

Ein trockenes Futter enthält:

  • 30 Prozent Rohprotein,

  • 10 Prozent Feuchtigkeit.

Trockensubstanz:

100 − 10 = 90 Prozent

Protein auf Trockensubstanzbasis:

30 ÷ 90 × 100 = 33,3 Prozent

Obwohl auf dem Nassfutter nur zehn Prozent und auf dem trockenen Futter 30 Prozent Rohprotein stehen, besitzt das Nassfutter in diesem Beispiel auf Trockensubstanzbasis den höheren Proteinanteil.

Das Merck Veterinary Manual verwendet ein vergleichbares Beispiel: Ein trockenes Futter mit 24 Prozent Rohprotein und zwölf Prozent Feuchtigkeit erreicht 27,3 Prozent Protein auf Trockensubstanzbasis. Ein feuchtes Futter mit acht Prozent Rohprotein und 82 Prozent Feuchtigkeit erreicht dagegen 44,4 Prozent.

Warum ist die Feuchtigkeitsangabe so wichtig?

Ohne den Feuchtigkeitswert kann ein exakter Vergleich auf Trockensubstanzbasis nicht durchgeführt werden.

Trockene Heimtierfutter enthalten typischerweise ungefähr drei bis elf Prozent Wasser. Bei Dosen- und anderen Nassfuttern kann der Wassergehalt zwischen etwa 60 und mehr als 87 Prozent liegen.

Schon wenige Prozentpunkte Unterschied bei der Feuchtigkeit verändern das Ergebnis der Trockensubstanzrechnung.

Deshalb sollte für exakte Vergleiche immer der konkrete Feuchtigkeitswert des tatsächlich verwendeten Produktes herangezogen werden. Ist er auf der Verpackung oder Produktseite nicht angegeben, kann der Hersteller danach gefragt werden.

Ein geschätzter Wert reicht für eine grobe Orientierung, sollte aber nicht als exakte Produktanalyse dargestellt werden.

Ist ein hoher Rohproteingehalt automatisch gesund?

Nein. Ein hoher Rohproteingehalt ist weder automatisch gesund noch automatisch ungesund.

Für die Bewertung sind weitere Fragen entscheidend:

  • Aus welchen Zutaten stammt das Protein?

  • Welche Aminosäuren liefert es?

  • Wie gut ist es verdaulich?

  • Wie viel Energie liefert die Ration?

  • Wie viel Futter erhält der Hund tatsächlich?

  • Ist die Ration vollständig mit Mineralstoffen und Vitaminen ergänzt?

  • Ist der Hund gesund oder besteht eine Erkrankung?

  • Passt die Futtermenge zu Gewicht und Aktivität?

Das Merck Veterinary Manual weist darauf hin, dass der Proteinbedarf von Alter, Aktivität, Lebensphase, Gesundheitszustand und Qualität des verwendeten Proteins abhängt. Auch die Verdaulichkeit kann zwischen Proteinquellen und Produkten deutlich variieren.

Ein hoher Laborwert allein erlaubt daher noch keine vollständige Qualitätsbewertung.

Was bedeutet Proteinqualität?

Proteine bestehen aus einzelnen Aminosäuren. Einige dieser Aminosäuren muss der Hund über die Nahrung aufnehmen, weil sein Körper sie nicht in ausreichender Menge selbst herstellen kann.

Die Qualität einer Proteinquelle wird unter anderem davon beeinflusst:

  • welche essenziellen Aminosäuren enthalten sind,

  • in welchem Verhältnis sie vorliegen,

  • wie gut das Protein verdaut wird,

  • wie gut die Aminosäuren aufgenommen werden,

  • wie die Verarbeitung die Verfügbarkeit beeinflusst,

  • welche weiteren Bestandteile in der Ration enthalten sind.

Zwei Futtermittel können denselben Rohproteingehalt besitzen, aber unterschiedliche Mengen verwertbarer essenzieller Aminosäuren liefern.

Der Rohproteinwert beantwortet deshalb nicht die Frage:

Wie hochwertig ist das Protein?

Er beantwortet zunächst nur:

Wie viel Rohprotein wurde analytisch ermittelt?

Bedeutet tierisches Protein automatisch hochwertige Qualität?

Tierische Zutaten können ein für Hunde günstiges Aminosäuremuster liefern. Dennoch unterscheiden sich auch tierische Bestandteile in ihrer ernährungsphysiologischen Qualität und Verdaulichkeit.

Muskelfleisch, Innereien und stark bindegewebshaltige Bestandteile besitzen nicht dieselbe Zusammensetzung.

Entscheidend sind daher:

  • konkrete Benennung der Zutaten,

  • Anteil von Muskelfleisch und Innereien,

  • schonende und hygienische Verarbeitung,

  • analytische Kontrolle,

  • Verdaulichkeit,

  • ausgewogene Gesamtrezeptur.

Die Angabe „tierisches Protein“ ist weniger transparent als eine offene Deklaration, in der beispielsweise Rindermuskelfleisch, Herz, Leber und Niere einzeln genannt werden.

Ein hoher Anteil klar benannter Fleischbestandteile erleichtert es Hundehaltern, die Herkunft des Proteins nachzuvollziehen.

Wie viel Protein braucht ein Hund?

Es gibt keine einzelne Prozentzahl, die für jeden Hund unabhängig von Futtermenge und Energiegehalt gilt.

Die FEDIAF gibt ihre Proteinempfehlungen deshalb unter anderem bezogen auf die aufgenommene Energie an. Für ein vollständiges Futter für ausgewachsene Hunde nennt die Leitlinie 2025 einen empfohlenen Mindestwert von 25 Gramm Protein pro 1.000 Kilokalorien. Die Leitlinien unterscheiden zusätzlich zwischen erwachsenen Hunden, Wachstum, Fortpflanzung und verschiedenen Energieaufnahmen.

Der Bezug auf Kalorien ist wichtig:

Ein Hund, der nur eine kleine Menge eines sehr energiereichen Futters erhält, muss bereits in dieser kleinen Portion ausreichend Protein aufnehmen.

Ein Hund, der eine größere Menge eines energieärmeren Futters frisst, kann denselben Proteinbedarf mit einem niedrigeren prozentualen Rohproteinwert decken.

Deshalb reicht die Aussage „Dieses Futter enthält 30 Prozent Protein“ allein nicht aus, um zu beurteilen, ob die tägliche Versorgung passend ist.

Wie viel Rohprotein frisst mein Hund tatsächlich?

Die tatsächliche Rohproteinmenge pro Tag lässt sich näherungsweise aus Futtermenge und Rohproteinwert berechnen.

Die Formel lautet:

Futtermenge in Gramm × Rohproteinanteil = Gramm Rohprotein pro Tag

Beispiel mit Khouri’s Trockenbarf Rind

Ein normalgewichtiger Hund mit 20 Kilogramm erhält als Ausgangspunkt ungefähr 120 Gramm Trockenbarf täglich.

Khouri’s Trockenbarf Rind enthält laut aktueller Deklaration 58 Prozent Rohprotein.

Berechnung:

120 g × 0,58 = 69,6 g Rohprotein

Der Hund nimmt damit rechnerisch rund 69,6 Gramm Rohprotein über die tägliche Trockenbarf-Menge auf.

Dieser Wert beschreibt den analytischen Rohproteingehalt der gefütterten Menge. Er ist nicht identisch mit der tatsächlich verdauten und im Körper genutzten Proteinmenge.

Warum darf man nicht nur auf den Prozentwert schauen?

Ein hoher Prozentwert kann bei einer kleinen Tagesportion zu einer ähnlichen absoluten Proteinmenge führen wie ein niedrigerer Wert bei einer großen Futterportion.

Beispiel A

  • 120 Gramm Futter

  • 58 Prozent Rohprotein

Ergebnis:

69,6 Gramm Rohprotein

Beispiel B

  • 500 Gramm Futter

  • 14 Prozent Rohprotein

Ergebnis:

70 Gramm Rohprotein

Obwohl die Prozentwerte sehr unterschiedlich aussehen, ist die rechnerisch gefütterte Rohproteinmenge nahezu gleich.

Für einen vollständigen Vergleich sollten zusätzlich berücksichtigt werden:

  • Kaloriengehalt,

  • Trockensubstanz,

  • Verdaulichkeit,

  • Proteinqualität,

  • vollständige Tagesration.

Macht ein hoher Proteinwert den Hund dick?

Protein allein führt nicht automatisch zu Übergewicht.

Ein Hund nimmt zu, wenn er langfristig mehr verwertbare Energie aufnimmt, als er verbraucht. Diese Energie kann aus Fett, Protein oder Kohlenhydraten stammen.

Für die Gewichtsentwicklung sind deshalb insbesondere wichtig:

  • gesamte Kalorienaufnahme,

  • Futtermenge,

  • Fettgehalt,

  • Ölzugaben,

  • Leckerlis,

  • Kauartikel,

  • Aktivität,

  • Stoffwechsel und Gesundheitszustand.

Fett liefert pro Gramm mehr als doppelt so viel Energie wie Protein. Eine Trockenbarf-Sorte mit hohem Fettgehalt kann daher trotz niedrigerem Proteinwert energiereicher sein als eine sehr magere Sorte.

Das zeigt das Beispiel Trockenbarf Lachs: Der aktuelle Rohproteingehalt beträgt 27,8 Prozent, während 55,9 Prozent Fett deklariert werden. Der niedrigere Proteinwert macht diese Sorte deshalb nicht automatisch zu einem kalorienarmen Futter.

Macht viel Protein den Hund besonders muskulös?

Protein liefert Aminosäuren, die unter anderem für den Erhalt und Aufbau von Körpergewebe benötigt werden.

Ein hoher Proteingehalt allein erzeugt jedoch keine zusätzliche Muskulatur.

Für den Erhalt und Aufbau von Muskulatur sind mehrere Faktoren erforderlich:

  • ausreichend verwertbares Protein,

  • passende Gesamtenergie,

  • körperliche Belastung,

  • Regeneration,

  • Gesundheit,

  • Alter und hormonelle Situation.

Wird deutlich mehr Protein aufgenommen, als der Körper für seine aktuellen Aufgaben benötigt, wird es nicht unbegrenzt als Muskulatur gespeichert.

Ein Hund wird deshalb nicht allein durch ein besonders proteinreiches Futter stärker oder muskulöser.

Schädigt viel Protein die Nieren eines gesunden Hundes?

Ein hoher Rohproteinwert auf einer Futterverpackung beweist nicht, dass das Futter die Nieren eines gesunden Hundes schädigt.

Eine veterinärmedizinische Übersichtsarbeit zur Sicherheit von Protein in Heimtierfutter kam zu dem Ergebnis, dass zahlreiche Untersuchungen keine nachteilige Wirkung höherer Proteinzufuhr auf die Nieren gesunder Hunde gezeigt hatten. Gleichzeitig kann eine gezielte Protein- und insbesondere Phosphoranpassung bei bereits bestehender Nierenerkrankung klinisch sinnvoll sein.

Das bedeutet jedoch nicht, dass für jeden Hund unbegrenzt jede proteinreiche Ration geeignet ist.

Zu beachten sind:

  • tatsächliche Proteinmenge,

  • Proteinqualität,

  • Energiegehalt,

  • Phosphorgehalt,

  • Flüssigkeitsaufnahme,

  • Alter,

  • bestehende Erkrankungen,

  • Blut- und Urinwerte.

Ein hoher Proteinwert sollte daher weder pauschal als gefährlich noch pauschal als optimal bezeichnet werden.

Was gilt bei einer Nierenerkrankung?

Bei einer diagnostizierten chronischen Nierenerkrankung gelten andere Anforderungen als bei einem gesunden Hund.

Therapeutische Nierendiäten sind typischerweise unter anderem gekennzeichnet durch:

  • kontrollierten beziehungsweise reduzierten Phosphorgehalt,

  • angepasste Mengen hochwertigen Proteins,

  • ausreichende Energiedichte,

  • weitere krankheitsspezifische Anpassungen.

Das Merck Veterinary Manual berichtet, dass Hunde und Katzen mit chronischer Nierenerkrankung durch geeignete Nierendiäten mit niedrigem Phosphorgehalt und moderaten Mengen hochwertigen Proteins längere Überlebenszeiten und spätere urämische Krisen erreichen können.

Ein gewöhnliches proteinreiches Trockenbarf ist deshalb nicht automatisch für einen Hund mit Nierenerkrankung geeignet.

Ebenso falsch wäre es, bei einer Nierenerkrankung lediglich den Rohproteinwert zu betrachten. Der Phosphorgehalt, das Krankheitsstadium, Proteinverluste über den Urin, Körpergewicht, Muskulatur und Laborwerte sind ebenfalls entscheidend.

Die passende Ernährung sollte mit der behandelnden Tierarztpraxis oder einer tierärztlichen Ernährungsberatung abgestimmt werden.

Darf ein Hund mit erhöhten Nierenwerten Trockenbarf bekommen?

Das lässt sich nicht allein anhand eines einzelnen Blutwertes beantworten.

Harnstoff kann beispielsweise auch durch Fütterung, Flüssigkeitsstatus und andere Faktoren beeinflusst werden. Für die Beurteilung der Nierenfunktion werden unter anderem Kreatinin, SDMA, Urindichte, Protein im Urin, Blutdruck und der klinische Zustand herangezogen. Die Einstufung einer chronischen Nierenerkrankung erfolgt anhand wiederholter Messungen bei einem stabilen, ausreichend hydrierten Tier.

Bei auffälligen Nierenwerten sollte deshalb nicht eigenständig:

  • Protein vollständig gestrichen,

  • die Ration stark reduziert,

  • ein gewöhnliches Trockenbarf weitergefüttert,

  • oder auf Grundlage eines einzelnen Wertes eine Nierendiät begonnen

werden.

Die Ursache und das Stadium müssen zunächst tierärztlich eingeordnet werden.

Brauchen ältere Hunde weniger Protein?

Nicht automatisch.

Viele ältere Hunde verlieren mit zunehmendem Alter Muskulatur. Eine unnötig starke Proteinreduktion kann den Erhalt der fettfreien Körpermasse zusätzlich erschweren.

Das Merck Veterinary Manual weist darauf hin, dass ältere Hunde Protein möglicherweise weniger effizient verstoffwechseln und deshalb teilweise sogar mehr Nahrungsprotein benötigen können, um ihre Proteinreserven und den Proteinumsatz zu erhalten.

Entscheidend ist der Gesundheitszustand:

  • Ein gesunder Senior kann von gut verdaulichem, hochwertigem Protein profitieren.

  • Ein Senior mit chronischer Nierenerkrankung benötigt möglicherweise eine angepasste therapeutische Ration.

  • Ein Hund mit Proteinverlust über Darm oder Nieren kann wiederum besondere Anforderungen besitzen.

  • Bei bestimmten Lebererkrankungen ist eine Proteinreduktion nur in konkreten Situationen sinnvoll.

Das Alter allein ist deshalb kein ausreichender Grund, eine fleischreiche Fütterung pauschal zu vermeiden.

Ist viel Protein schlecht für die Leber?

Auch bei Lebererkrankungen ist eine pauschale Proteinreduktion nicht grundsätzlich sinnvoll.

Das Merck Veterinary Manual erklärt, dass Protein bei vielen chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen zunächst nicht eingeschränkt werden sollte. Manche betroffenen Hunde können wegen Gewebereparatur und Zellneubildung sogar einen erhöhten Bedarf besitzen. Eine Einschränkung wird vor allem bei bestimmten Komplikationen wie einer hepatischen Enzephalopathie relevant.

Bei einer diagnostizierten Lebererkrankung sollte die Ration deshalb nicht allein anhand des Rohproteinwertes ausgewählt werden.

Entscheidend sind:

  • genaue Diagnose,

  • Leberfunktion,

  • mögliche Enzephalopathie,

  • verwendete Proteinquellen,

  • Energieversorgung,

  • Körpergewicht und Muskulatur.

Löst ein hoher Proteinwert Allergien aus?

Eine Futtermittelallergie entsteht nicht allein deshalb, weil ein Futter viel Rohprotein enthält.

Entscheidend ist, auf welches konkrete Protein das Immunsystem reagiert.

Ein Hund kann beispielsweise auf Bestandteile von Rind reagieren, ein anderes proteinreiches Futter mit Pferd aber vertragen. Ebenso kann ein Produkt mit einem niedrigeren Gesamtproteingehalt Beschwerden auslösen, wenn die unverträgliche Proteinquelle enthalten ist.

Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie werden häufig Diäten mit einer bisher nicht gefütterten Proteinquelle oder hydrolysierten Proteinen eingesetzt.

Für eine Ausschlussdiät sind wichtig:

  • konsequent ausgewählte Proteinquelle,

  • keine fremden Leckerlis,

  • keine Kauartikel mit anderen Tierarten,

  • Prüfung von Ölen, Kapseln und Medikamenten,

  • ausreichende Dauer,

  • tierärztliche Begleitung.

Der Rohproteinwert allein hilft nicht dabei, eine Allergie auslösende Tierart zu erkennen.

Ist ein extrem hoher Rohproteinwert immer besser?

Nein. Der höchste Proteinwert ist nicht automatisch die beste Wahl.

Ein geeignetes Futter muss zum gesamten Bedarf des Hundes passen. Dazu gehören neben Protein auch:

  • Fett,

  • essenzielle Fettsäuren,

  • Energie,

  • Calcium,

  • Phosphor,

  • Jod,

  • Spurenelemente,

  • Vitamine,

  • Ballaststoffe,

  • Flüssigkeit.

Eine sehr magere, extrem proteinreiche Rezeptur kann für einen Hund mit hohem Energiebedarf beispielsweise weniger praktisch sein als eine Sorte mit einem höheren natürlichen Fettgehalt.

Umgekehrt kann eine fettreiche Sorte für einen Hund mit Übergewicht oder einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse ungeeignet sein, obwohl ihr Rohproteinwert niedriger ist.

Die richtige Frage lautet deshalb nicht:

Welche Sorte hat am meisten Protein?

Sondern:

Welche Sorte und Gesamtzusammensetzung passen zu meinem Hund?

Kann der Rohproteinwert über 80 Prozent liegen?

Ja. Bei einem sehr trockenen, mageren und proteinreichen Produkt kann der analytische Rohproteinwert über 80 Prozent liegen.

Khouri’s Trockenbarf Huhn ist aktuell mit 82,6 Prozent Rohprotein, 10,8 Prozent Fett, 5,1 Prozent Rohasche und 0,5 Prozent Rohfaser deklariert.

Der Wert bedeutet nicht, dass 82,6 Prozent frisches Hühnerfleisch enthalten sind. Er beschreibt den analytisch bestimmten Rohproteinanteil des fertigen getrockneten Produktes.

Bei einem so hohen Wert sollten die übrigen analytischen Bestandteile, die Tagesportion und die vollständige Nährstoffergänzung ebenfalls berücksichtigt werden.

Warum enthält Lachs-Trockenbarf weniger Protein?

Fisch und Fleischsorten unterscheiden sich in ihrem natürlichen Fettgehalt.

Beim aktuell deklarierten Khouri’s Trockenbarf Lachs entfallen 55,9 Prozent auf Fett und 27,8 Prozent auf Rohprotein. Das Produkt enthält damit deutlich mehr Fett als die meisten anderen Khouri’s-Sorten.

Da sämtliche Bestandteile gemeinsam 100 Prozent des Produktgewichtes ergeben müssen, bleibt bei einem sehr hohen Fettanteil pro 100 Gramm weniger Raum für Protein.

Der niedrigere Rohproteinwert bedeutet in diesem Fall daher nicht automatisch, dass die Rezeptur weniger konzentriert ist. Sie besitzt lediglich eine andere Verteilung von Protein und Fett.

Kann ich Trockenbarf nur nach dem Proteinwert auswählen?

Nein. Vor der Auswahl solltest Du mindestens diese Angaben prüfen:

  1. Fleischquelle: Welche Tierart ist enthalten?

  2. Zusammensetzung: Welche Fleischbestandteile und pflanzlichen Zutaten werden verwendet?

  3. Rohprotein: Wie hoch ist der analytische Wert?

  4. Fettgehalt: Wie energiereich kann die Sorte sein?

  5. Rohasche: Wie hoch ist der Anteil der mineralischen Bestandteile?

  6. Fütterungsmenge: Wie viel erhält der Hund tatsächlich?

  7. Kennzeichnung: Allein- oder Ergänzungsfuttermittel?

  8. Ergänzungen: Werden Mineralmix und Öl benötigt?

  9. Lebensphase: Erwachsener Hund, Welpe oder Senior?

  10. Gesundheit: Bestehen Erkrankungen oder besondere Anforderungen?

Khouri’s Trockenbarf wird als Ergänzungsfuttermittel angeboten. Der Rohproteinwert darf deshalb nicht losgelöst vom vorgesehenen Mineralmix, Futteröl und der korrekten Portionsgröße betrachtet werden.

Wie lässt sich Trockenbarf mit klassischem Trockenfutter vergleichen?

Für einen sinnvollen Vergleich solltest Du nicht nur die beiden Rohproteinwerte nebeneinanderstellen.

Vergleiche stattdessen:

  • Rohprotein auf Trockensubstanzbasis,

  • Protein pro 1.000 Kilokalorien,

  • tatsächlich gefütterte Proteinmenge pro Tag,

  • Herkunft der Proteinquellen,

  • offene oder geschlossene Deklaration,

  • Verdaulichkeit,

  • Fett- und Energiegehalt,

  • Kennzeichnung als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel.

Ein klassisches Trockenfutter mit 28 Prozent Rohprotein kann bei einer großen Tagesmenge ähnlich viel Protein liefern wie ein Trockenbarf mit 58 Prozent und einer deutlich kleineren Portion.

Gleichzeitig kann das klassische Trockenfutter ein vollständiges Alleinfuttermittel sein, während das Trockenbarf mit Mineralmix und Öl ergänzt werden muss.

Es gibt daher keinen seriösen Vergleich anhand nur einer einzigen Prozentzahl.

Wie lässt sich Trockenbarf mit Frisch-Barf vergleichen?

Auch Frisch-Barf enthält viel Wasser. Dadurch erscheinen die analytischen Proteinwerte pro 100 Gramm deutlich niedriger.

Wird dieselbe Fleischmischung getrocknet, sinkt das Gewicht durch den Wasserverlust, während ein großer Teil des Proteins zurückbleibt.

Deshalb gilt:

  • Frisch-Barf: größere Futtermenge, hoher Wasseranteil

  • Trockenbarf: kleinere Futtermenge, konzentrierte Trockenmasse

Für einen fairen Vergleich müssen entweder beide Produkte auf Trockensubstanzbasis gerechnet oder die tatsächlich gefütterten Gramm Protein pro Tag verglichen werden.

Wird Protein durch die Trocknung zerstört?

Proteine können sich durch Wärme und Verarbeitung strukturell verändern. Dieser Vorgang wird als Denaturierung bezeichnet.

Eine Denaturierung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Protein vollständig verschwindet oder seinen gesamten Nährwert verliert. Auch gekochtes Fleisch enthält weiterhin Protein und Aminosäuren.

Wie sich ein konkretes Trocknungsverfahren auf die Verdaulichkeit und einzelne Aminosäuren auswirkt, hängt ab von:

  • Temperatur,

  • Dauer,

  • Feuchtigkeit,

  • Rohstoff,

  • Partikelgröße,

  • Zusammensetzung,

  • Prozessführung.

Der Rohproteinwert allein kann diese Auswirkungen nicht vollständig darstellen. Für eine umfassende Qualitätsbewertung wären zusätzlich unter anderem Verdaulichkeitsdaten und Aminosäureanalysen hilfreich.

Warum ist die Tagesmenge bei Trockenbarf so klein?

Durch die Entfernung des Wassers besitzt Trockenbarf  pro Gramm eine hohe Konzentration an Protein, Fett und weiteren Nährstoffen.

Deshalb wird deutlich weniger Trockenbarf als Nass- oder Frischfutter benötigt.

Ein normalgewichtiger ausgewachsener Hund erhält bei Khouri’s als Ausgangspunkt etwa 0,6 Prozent seines Körpergewichts täglich. Die kleine Portion ist daher kein Zeichen dafür, dass der Hund zu wenig Nahrung erhält. Entscheidend sind Energie- und Nährstoffgehalt der trockenen Menge.

Das beim Einweichen hinzugefügte Wasser vergrößert die Mahlzeit, verändert aber nicht die ursprünglich enthaltene Protein- oder Kalorienmenge.

Verändert Einweichen den Rohproteingehalt?

Das Hinzufügen von Wasser verändert nicht die absolute Proteinmenge der Portion.

Beispiel

Du verwendest:

  • 100 Gramm Trockenbarf,

  • 58 Prozent Rohprotein,

  • 200 Gramm Wasser.

Vor dem Einweichen enthält die Portion rechnerisch:

100 × 0,58 = 58 Gramm Rohprotein

Nach der Zugabe beträgt das Gesamtgewicht ungefähr 300 Gramm.

Die Portion enthält weiterhin 58 Gramm Rohprotein. Der prozentuale Proteinanteil der eingeweichten Gesamtmasse beträgt nun rechnerisch nur noch:

58 ÷ 300 × 100 = 19,3 Prozent

Das Protein wurde nicht reduziert. Es wurde lediglich durch Wasser auf ein größeres Gesamtgewicht verteilt.

Deshalb darf ein eingeweichtes Trockenbarf nicht mit dem ursprünglichen Trockenwert und ein Nassfutter mit seinem Feuchtwert direkt verglichen werden.

Kann ein hoher Proteinwert den Harnstoffwert erhöhen?

Die Höhe des Harnstoffs im Blut kann unter anderem von der aufgenommenen Proteinmenge beeinflusst werden. Ein proteinreiches Futter kann daher zu einem höheren Harnstoffwert beitragen, ohne allein zu beweisen, dass eine Nierenerkrankung besteht.

Auch Flüssigkeitsmangel, Blutungen im Verdauungstrakt und verschiedene Erkrankungen können den Harnstoffwert beeinflussen. Das Merck Veterinary Manual weist darauf hin, dass eine proteinreiche Ernährung den Blut-Harnstoff-Stickstoff erhöhen kann und der Wert immer gemeinsam mit anderen Befunden interpretiert werden muss.

Ein einzelner erhöhter Harnstoffwert sollte deshalb nicht ausschließlich anhand der Fütterung oder als sicherer Beweis einer Nierenschädigung bewertet werden.

Sollte vor einer Blutuntersuchung Trockenbarf abgesetzt werden?

Die Fütterung sollte nicht eigenständig mehrere Tage verändert werden, nur um bestimmte Blutwerte niedriger erscheinen zu lassen.

Für manche Blutuntersuchungen empfiehlt die Tierarztpraxis eine bestimmte Nüchternzeit. Diese Vorgabe sollte genau eingehalten werden.

Informiere die Praxis darüber:

  • welches Trockenbarf gefüttert wird,

  • wie viel der Hund täglich erhält,

  • welche Fleischsorte verwendet wird,

  • welche Ergänzungen und Öle gegeben werden,

  • wann die letzte Mahlzeit stattfand.

So können Harnstoff, Kreatinin und andere Werte im richtigen Zusammenhang beurteilt werden.

Woran erkenne ich, ob mein Hund das proteinreiche Futter verträgt?

Die Verträglichkeit lässt sich nicht anhand des Rohproteinwertes allein erkennen.

Beobachte über einen längeren Zeitraum:

  • Körpergewicht,

  • Muskulatur,

  • Aktivität,

  • Appetit,

  • Kotkonsistenz,

  • Häufigkeit des Kotabsatzes,

  • Haut und Fell,

  • Trinkverhalten,

  • Urinabsatz,

  • Erbrechen oder Blähungen.

Ein Hund kann eine proteinreiche Sorte gut vertragen und auf eine andere Sorte mit ähnlichem Proteinwert reagieren. In diesem Fall können Fleischart, Fettgehalt, Zutaten oder individuelle Empfindlichkeiten entscheidender sein als die reine Proteinzahl.

Bei anhaltenden Beschwerden sollte die Ursache tierärztlich untersucht werden.

Die häufigsten Irrtümer über Rohprotein

„58 Prozent Rohprotein bedeuten 58 Prozent Fleisch“

Falsch. Rohprotein ist ein analytischer Wert. Fleisch enthält zusätzlich Fett, Wasser, Mineralstoffe und andere Bestandteile.

„Je höher der Rohproteinwert, desto hochwertiger das Futter“

Falsch. Proteinquelle, Aminosäuremuster, Verdaulichkeit und Gesamtrezeptur sind ebenfalls entscheidend.

„Nassfutter mit zehn Prozent Protein enthält fast kein Protein“

Falsch. Durch den hohen Wassergehalt kann es auf Trockensubstanzbasis einen deutlich höheren Proteinanteil besitzen.

„Viel Protein schädigt automatisch die Nieren“

So pauschal ist die Aussage nicht korrekt. Bei gesunden und nierenkranken Hunden gelten unterschiedliche Anforderungen.

„Senioren brauchen grundsätzlich eiweißarmes Futter“

Falsch. Gesunde ältere Hunde benötigen ausreichend hochwertiges Protein zum Erhalt ihrer Muskulatur.

„Ein niedriger Proteinwert bedeutet weniger Kalorien“

Falsch. Eine Sorte kann wenig Protein, aber sehr viel Fett enthalten und dadurch besonders energiereich sein.

„Einweichen senkt die Proteinmenge“

Falsch. Das Wasser verändert den Prozentwert der Gesamtmasse, nicht die absolute Proteinmenge der Portion.

„Monoprotein bedeutet niedriger Rohproteingehalt“

Falsch. Monoprotein beschreibt die Anzahl der tierischen Proteinquellen, nicht ihre Gesamtmenge.

„Proteinallergien entstehen durch zu viel Protein“

Falsch. Entscheidend ist die Reaktion auf eine konkrete Proteinquelle, nicht allein der prozentuale Gesamtwert.

„Nur Muskelfleisch liefert wertvolles Protein“

Auch Innereien liefern Protein und wichtige Nährstoffe. Die gesamte Rezeptur muss jedoch ausgewogen zusammengesetzt sein.

Häufige Fragen zum Rohprotein im Trockenbarf

Warum enthält Trockenbarf so viel Rohprotein?

Weil es einen hohen Anteil tierischer Zutaten enthält und diesen während der Trocknung Wasser entzogen wird. Dadurch konzentriert sich das Protein pro 100 Gramm fertigem Futter.

Was bedeutet ein Rohproteingehalt von 58 Prozent?

In 100 Gramm des analysierten Futters wurden rechnerisch 58 Gramm Rohprotein ermittelt. Der Wert sagt allein noch nichts über Verdaulichkeit, Aminosäuremuster oder vollständige Nährstoffversorgung aus.

Wie viel Rohprotein enthält Khouri’s Trockenbarf Rind?

Khouri’s Trockenbarf Rind ist aktuell mit 58 Prozent Rohprotein deklariert. Die PUR-Variante Rind enthält 61,2 Prozent.

Warum enthält Khouri’s Trockenbarf Huhn 82,6 Prozent Rohprotein?

Die Sorte besitzt laut aktueller Analyse einen sehr hohen Protein- und einen vergleichsweise niedrigeren Fettanteil. Durch den geringen Wasseranteil des getrockneten Produktes konzentriert sich das Protein stark.

Warum hat Trockenbarf Lachs nur 27,8 Prozent Protein?

Das aktuelle Trockenbarf Lachs enthält 55,9 Prozent Fett. Der hohe Fettanteil reduziert den prozentualen Platz, den Protein innerhalb von 100 Gramm Produkt einnimmt.

Ist 60 Prozent Rohprotein zu viel für einen Hund?

Die Zahl allein reicht für diese Beurteilung nicht aus. Entscheidend sind tägliche Futtermenge, Energiegehalt, Proteinqualität, Alter und Gesundheitszustand. Bei einem gesunden Hund ist ein hoher Rohproteinwert nicht automatisch schädlich.

Schadet Trockenbarf den Nieren?

Trockenbarf verursacht nicht allein aufgrund seines hohen Rohproteingehalts automatisch eine Nierenerkrankung. Bei bereits bestehender Nierenerkrankung kann jedoch eine speziell angepasste Ration mit kontrolliertem Phosphor und Protein erforderlich sein.

Eignet sich proteinreiches Trockenbarf für Senioren?

Für gesunde Senioren kann hochwertiges Protein wichtig sein, um Muskulatur zu erhalten. Bei Nieren-, Leber- oder anderen Erkrankungen muss die Ration individuell angepasst werden.

Was ist wichtiger: Rohprotein oder Fleischanteil?

Beide Werte beantworten unterschiedliche Fragen. Der Fleischanteil zeigt die Menge der verwendeten tierischen Zutaten. Rohprotein zeigt den analytisch ermittelten Proteingehalt des fertigen Produktes.

Wie vergleiche ich Protein in Nassfutter und Trockenbarf?

Rechne beide Werte auf Trockensubstanzbasis um. Dazu ziehst Du die Feuchtigkeit von 100 ab und teilst den Rohproteinwert durch die verbleibende Trockensubstanz.

Kann Nassfutter proteinreicher als Trockenfutter sein?

Ja. Ein Nassfutter mit niedrigem Proteinwert auf der Verpackung kann nach Abzug des hohen Wassergehalts mehr Protein auf Trockensubstanzbasis enthalten als ein trockenes Futter.

Verliert Trockenbarf Protein beim Einweichen?

Nein. Das Wasser verdünnt den prozentualen Anteil der Gesamtmasse, entfernt aber kein Protein aus der Mahlzeit.

Muss ich bei hohem Proteinwert weniger füttern?

Die Futtermenge richtet sich nicht allein nach dem Proteinwert. Entscheidend sind Energiegehalt, Körpergewicht, Aktivität und die Fütterungsempfehlung des Produktes.

Ist Rohprotein vollständig verdaulich?

Nein. Der Laborwert zeigt nicht, welcher Anteil tatsächlich verdaut und aufgenommen wird. Verdaulichkeit und Aminosäurequalität müssen separat betrachtet werden.

Ist pflanzliches Protein im Rohprotein enthalten?

Ja. Der analytische Wert unterscheidet nicht automatisch zwischen tierischem und pflanzlichem Protein. Die Zutatenliste zeigt, aus welchen Quellen das Protein voraussichtlich stammt.

Ist viel Protein gut für den Muskelaufbau?

Ausreichend Protein unterstützt den Erhalt und Aufbau von Gewebe. Ohne passende Bewegung und ausreichende Gesamtenergie führt ein besonders hoher Proteinwert jedoch nicht automatisch zu mehr Muskulatur.

Kann Rohprotein den Harnstoffwert beeinflussen?

Ja. Eine proteinreiche Mahlzeit kann den Harnstoffwert beeinflussen. Ein erhöhter Wert muss dennoch gemeinsam mit Kreatinin, SDMA, Urinbefunden, Flüssigkeitsstatus und weiteren Untersuchungen bewertet werden.

Fazit: Warum ist der Proteinwert bei Trockenbarf so hoch?

Trockenbarf enthält häufig viel Rohprotein, weil es überwiegend aus Fleisch und Innereien hergestellt wird und diesen Zutaten während der Trocknung ein großer Teil des Wassers entzogen wird.

Dadurch konzentrieren sich die verbleibenden Nährstoffe pro 100 Gramm.

Ein hoher Rohproteinwert bedeutet jedoch nicht automatisch:

  • künstlich zugesetztes Protein,

  • besonders hohe Qualität,

  • eine vollständige Nährstoffversorgung,

  • eine Gefahr für jeden Hund,

  • oder eine für jeden Hund optimale Rezeptur.

Für eine sinnvolle Beurteilung müssen zusätzlich berücksichtigt werden:

  • Proteinquelle,

  • offene Deklaration,

  • Fettgehalt,

  • Feuchtigkeit,

  • Trockensubstanz,

  • Verdaulichkeit,

  • Aminosäurequalität,

  • Energiegehalt,

  • tägliche Futtermenge,

  • Alter und Gesundheitszustand.

Khouri’s-Trockenbarf-Sorten besitzen je nach Rezeptur sehr unterschiedliche Proteinwerte. Aktuell reichen sie beispielsweise von 27,8 Prozent beim fettreichen Trockenbarf Lachs bis zu 82,6 Prozent beim Trockenbarf Huhn. Diese Unterschiede zeigen, weshalb ein einzelner Prozentwert niemals losgelöst von der gesamten Zusammensetzung betrachtet werden sollte.

Die wichtigste Regel lautet:

Vergleiche nicht nur den Rohproteinwert auf der Verpackung. Vergleiche Wassergehalt, Tagesmenge, Proteinquelle und vollständige Gesamtration.

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